Remote-Desktop-Protocol - So wird RDP schneller

Sofort zu "RDP schneller machen"

Das eigene Internet schneller machen

Es wird Ihnen nichts Neues sein, doch der Vollständigkeitshalber müssen wir es sagen: Suchen Sie nach Möglichkeiten, die Internetverbindung zu entlasten, sodass Ihr PC mehr Bandbreite zu Verfügung hat.

  1. Prüfen Sie, ob Ihr PC gerade Downloads macht.

  2. Prüfen Sie, ob Hintergrundprozesse Daten aus dem Internet beziehen, häufige Übeltäter sind Spotify, Dropbox und YouTube.

  3. Sind andere Geräte in Ihrem Haushalt ebenfalls in Ihrem Internet und saugen Bandbreite? Es kommen neben Handys auch andere smarte Geräte wie Fernseher oder Smart Speaker in Frage (Stichwort: Internet of Things, kurz: IOT).

Wovon ist die flüssige Übertragung von RDP abhängig?

Ob sich die Verwendung Ihres RDP flüssig anfühlt, entscheidet die Latenz (oder Ping) aus. Latenz ist die Verzögerung zwischen Aktion und Reaktion. Das heißt hier zum Beispiel die Zeit, die zwischen dem Bewegen der Maus und der Reaktion des Mauszeigers auf dem Remote Desktop vergeht.
Je niedriger die Latenz, desto besser. Eine Latenz von 0 ist nicht möglich. Neben der Latenz ist auch die Bandbreite wichtig, also die Geschwindigkeit des Internets. Wenn diese zu gering ist, kann es ebenfalls sein, dass das Bild des Remote-PCs verzögert und pixelig erscheint.

Wie schnell sollte das Internet für das Remote Desktop Protocol sein?

Microsoft gibt Auskunft über die erforderliche Bandbreite für verschiedene Aufgaben:

Im Falle von HD Standard - 1 Monitor:

  • Keine Aktivität - ca. 0,3 Kbit/s
  • Terminal - ca. 80 Kbit/s
  • Excel - ca. 175 Kbit/s
  • Webbrowsing - ca. 6 Mbit/s
  • HD Video im Fullscreen - ca. 8 Mbit/s

 Hier gelangen Sie zu den Angaben von Microsoft!

 Wie gut ist die vorhandene Bandbreite?

Um die Geschwindigkeit Ihres Internets zu testen, eignen sich sog. Speedtests. Dafür werden kleine Datenmengen hoch und heruntergeladen um die Geschwindigkeit zu ermitteln.

Klicken Sie hier für einen Speedtest!

Der Speedtest gibt Ihnen Auskunft über folgende Größen:

  • Download - Die Geschwindigkeit, mit der Sie herunterladen können - je höher, desto besser
  • Upload - Die Geschwindigkeit, mit der Sie hochladen können - je höher, desto besser
  • Ping - Das ist die Latenz, siehe oben - je geringer, desto besser
  • Jitter - Die Schwankung Ihres Pings - je geringer, desto besser

 

Wie macht man RDP schneller?

Das RDP Programm gibt Ihnen ein paar Möglichkeiten bessere Ergebnisse bei gleichbleibender Bandbreite zu erzielen. Nicht jede Einstellung eignet sich für jedes Tätigkeitsfeld und schränkt teilweise ein, doch manchmal können Kompromisse hingenommen werden, wenn im Gegenzug frustfreies Arbeiten möglich wird.

Öffnen Sie zunächst RDP und drücken Sie ggf. auf Optionen einblenden. Bei Ihrem PC heißt das Programm vermutlich “Remotedesktopverbindung”. Sie sollten nun fünf Reiter sehen.

Reiter 1: Allgemein - Einstellungen speichern

Hier können Sie wie gewohnt die Adresse Ihres PCs, auf den Sie sich verbinden eintragen. Unter Verbindungseinstellungen können Sie diesen PC mitsamt den Einstellungen die Sie vornehmen speichern und später wieder aufrufen, so müssen Sie nicht vor jedem Verbinden Einstellungen vornehmen.

RDP Reiter 1 Allgemein

 

Reiter 2: Anzeige - Auflösung und Farbspektrum verringern

Unter dem RDP Reiter “Anzeige” können Sie die gewünschte Größe des Remote Desktops festlegen. Auf “Groß” wird die Auflösung und Größe Ihres Bildschirms bis 4k verwendet. Je kleiner die Auflösung, desto kleiner der Bereich der später geladen werden muss. So wird weniger Internet benötigt. Sollte Sie mehrere Bildschirme verwenden wollen, können Sie die Auflösung hier nicht direkt beeinflussen, wenn Sie aber mogeln und in den Windows Einstellungen Ihre Bildschirmauflösung verringern, verringert sich auch die Auflösung des Remote-PCs unter Vollbild. Sieht nur nicht mehr so schön aus.

Mehr über Farbtiefe kann hier nachgelesen werden. Kurz: Je geringer die Farbtiefe, desto weniger Bandbreite wird benötigt.

Die Veränderung der Auflösung und des Farbspektrums eignet sich natürlich nicht für alle Arbeitsbereiche. Wer normale Officearbeit macht, der kann hier sicher die Qualität etwas nach unten schrauben, doch wenn es zum Beispiel um Grafikdesign geht, sollten diese Einstellung nicht verringert werden.

RDP Reiter 2 Anzeige

 

Reiter 3: Lokale Ressourcen - Audio übertragen und Geräte mitnehmen

Im dritten Reiter können Sie ebenfalls etwas Bandbreite einsparen. Wenn es für Sie nicht wichtig ist, dass der Ton Ihres Remote-PCs mit übertragen wird, können Sie mit Klick auf “Einstellungen” und auf “Nicht wiedergeben” klicken. Auch die “Remoteaudioaufzeichnung” kann abgestellt werden, falls nicht bereits so eingestellt.

Sie können hier ebenfalls auf die Übernahme des Druckers und der Zwischenablage verzichten, falls es möglich ist. So können Sie allerdings nicht mehr vom Remote-PC nach Hause ausdrucken und Sie können nicht zwischen Ihrem PC und dem RemotePC Text und Dateien per “Copy & Paste” austauschen. Mit Klick auf “Weitere” können Sie schauen ob noch weitere Geräte Ihres PCs abwählbar sind, zum Beispiel die Webcam. Je nachdem auf was Sie verzichten können.

RDP Reiter 3 Lokale Ressourcen

 

Reiter 4: Leistung manuell anpassen

Im Reiter “Leistung” können Sie entscheiden, ob RDP Ihr Internetleistung analysiert und entscheidet, was übertragen wird oder Sie selbst. Entscheiden Sie, erfahrungsgemäß trifft das Programm hier gute Entscheidungen. Grundsätzlich sind alle Einschränkungen hier nur optischer Natur und es lässt sich immer weiterhin gut arbeiten.

Worauf Sie in den meisten Fällen verzichten können, sind:

  • Desktophintergrund - erzeugt einen schwarzen Hintergrund am Remote-PC
  • Schriftartglättung - Schriften können pixelig aussehen
  • Fensterinhalt beim Ziehen anzeigen - kein Inhalt beim Verschieben eines Fensters
  • Menü- und Fensteranimation - keine Animationen beim Öffnen von Fenstern.

 

Beachten Sie nur den Punkt “Dauerhafte Bitmapzwischenspeicherung”. Dieser sollte ausgewählt sein. Hier wird dafür gesorgt, dass bereits geladene Bilder und andere Ressourcen zwischengespeichert werden und somit nicht permanent neu übertragen werden müssen. Im Englischen wird von “Bitmap caching” gesprochen.

RDP Reiter 4 Leistung

 

Reiter 5: Erweitert - das passt schon

Im letzten Reiter können keine Einstellungen vorgenommen werden, um mehr aus der vorhanden Bandbreite herauszuholen.

Fazit

Eine gute Internetversorgung ist in Deutschland leider noch immer kein Standard. Wer remote arbeiten muss, kann dadurch negativ beeinflusst werden. Um mehr aus der vorhanden Bandbreite herauszuholen lässt das kostenlose RDP von Microsoft etwas Spielraum bei den Einstellungen. Zaubern lässt sich damit nicht, doch einen positiven Einfluss bringen diese Anpassungen durchaus. 


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